Jahresveranstaltung 2026 von ArbeitAargau

Die Veranstaltung drehte sich konkret um die Initiative 10-Millionen-Schweiz der SVP (auch als Chaos-Initiative bekannt), die die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz ab einer Grenze von 10 Millionen dauerhaften Einwohner:innen vorsieht. Einen Annahme der Initiative würde die Beziehungen der Schweiz zu Europa in Frage stellen, was zur Kündigung der bilateralen Verträge führen könnte. Darunter wurden Arbeitnehmende ganz direkt leiden: durch massiven Jobverlust, Wegfall der Lohnkontrollen und damit einhergehendem sinkendem Lohnniveau und schlechteren Arbeitsbedingungen.

Ziel der Veranstaltung war, zu diskutieren, wie zwischen der Forderung nach Begrenzung der Zuwanderung und einer verstärkten Öffnung hin zur EU die Interessen der Arbeitnehmenden im Kanton artikuliert und gewahrt werden können. An der Podiumsdiskussion nahmen mit Vania Alleva (Präsidentin Unia) und Peter Gehler (Vize-Präsident Aargauische Industrie- und Handelskammer) Vertreter:innen der Arbeitnehmenden und der Arbeitgebenden, sowie mit Cédric Wermuth und Andreas Glarner Vertreter von SP und SVP teil. Die Moderation übernahm Fabian Hägler, Chefredakteur der Aargauer Zeitung.

Die Diskussion war von Anfang an hitzig. Uneinig waren sich die Teilnehmenden über die Auswirkungen einer etwaigen Annahme der Initiative, besonders im Hinblick darauf, ob sie automatisch das Ende der bilateralen Verträge bedeuten würde. Andreas Glarner verteidigte vehement die Position des Initiativkomitees, dass die Zuwanderung der Schweiz schade, und dass das Land ohne ein geregeltes Verhältnis zur EU besser dastehen würde. Vania Alleva, Peter Gehler und Cédric Wermuth waren sich einig, dass die Schweiz von der Arbeitsmigration grundsätzlich profitiert, und dass eine Annahme der Initiative Wohlstand und Zukunft der Schweiz aufs Spiel setzen würde. Vania Alleva als Vertreterin der Arbeitnehmenden betonte, dass durch eine Annahme Löhne und Jobs in Gefahr wären, und dass migrantischen Arbeiter:innen eine Rückkehr zum Saisonier-Status drohe. Alle drei riefen dazu auf, die Initiative abzulehnen.

Fotografien: Stephanie Felder

Hier geht es zur Berichterstattung über die Veranstaltung in der AZ.

Einladung zur Jahresveranstaltung 2026 von ArbeitAargau

Das Jahr 2026 wird ein wichtiges Jahr für die Zukunft der Schweiz in Europa werden. Einerseits wird die zuwanderungskritische „Nachhaltigkeitsinitiative“ der SVP zur Abstimmung kommen. Sie will verhindern, dass die dauerhafte Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 über die Marke von zehn Millionen wächst. Eine Annahme könnte das Ende der Personenfreizügigkeit und der bilateralen Verträge bedeuten. Andererseits befindet sich mit den „Bilateralen III“ die Weiterentwicklung der Beziehung der Schweiz zur EU in der innenpolitischen Beratung. Die geplante, weitergehende Öffnung der Schweiz gegenüber der EU wird nicht ohne eine Vertiefung der Personenfreizügigkeit auskommen. Die beiden politischen Geschäfte stehen im direkten Widerspruch zueinander. Der Aargau wird als Grenzkanton von beiden direkt betroffen sein.

Die Jahresveranstaltung 2026 von ArbeitAargau, dem Dachverband der Aargauischen Arbeitnehmendenvertretungen, wird sich mit diesem Themenkomplex befassen. Die Leitfrage der Veranstaltung lautet, wie zwischen der Forderung nach Begrenzung der Zuwanderung und einer verstärkten Öffnung hin zur EU die Interessen der Arbeitnehmenden im Kanton artikuliert und gewahrt werden können. Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen lädt ArbeitAargau Vertreter:innen der Arbeitnehmenden, Arbeitgebenden und der Politik zu einer Podiumsdiskussion ein.

Es nehmen teil:

  • Cédric Wermuth, Nationalrat SP
  • Vania Alleva, Präsidentin Unia
  • Peter Gehler, Vizepräsident AIHK
  • Andreas Glarner, Nationalrat SVP

Die Moderation übernimmt Fabian Hägler, Chefredakteur der Aargauer Zeitung.

Die Veranstaltung findet statt in den Räumlichkeiten des Zentrum Bildung Baden, Tool 2, Raum 0.1, Kreuzlibergstrasse 10, 5400 Baden. Ab 18:30 Uhr offerieren wir Ihnen eine Apéro, die Podiumsdiskussion beginnt um 19:30 Uhr.

Hier finden Sie den Veranstaltungsflyer.