Aus den Augen, aus dem Sinn? Nein, eben nicht!

Wir alle wissen und hören immer wieder von den teilweise entsetzlichen Zuständen, welche in anderen Ländern herrschen: Luftverschmutzungen, Vergiftung von Flüssen und damit des Trinkwassers und der Verkauf von hochgiftigen Pestiziden sind nur wenige Beispiele. Hinzu kommt, dass dahinter Kinderarbeit, Ausbeutung der Arbeitnehmenden und Gewalt stehen. Diese katastrophalen Verletzungen der Umweltstandards und Missachtung der Menschenrechte müssen endlich ein Ende nehmen.

Hinter diesen Verbrechen stehen auch Schweizer Grosskonzerne, welche korrupte oder nicht vorhandene Justizsysteme und damit die Ohnmacht der Betroffenen im Ausland schamlos ausnutzen, um ihre Ware billig und schnell zu produzieren oder zu verarbeiten. Eine derartige Geschäftstätigkeit wäre innerhalb unserer Grenzen undenkbar und hätte massive strafrechtliche wie auch zivilrechtliche Folgen. Es ist also nur konsequent, die Schweizer Grosskonzerne auch dann in Verantwortung zu ziehen, wenn sie in anderen Teilen dieser Welt die Umwelt verschmutzen, die Gesundheit der Bevölkerung gefährden und Menschenrechte missachten.

Die Initiative verlangt, dass Unternehmen mit satzungsmässigem Sitz, Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung in der Schweiz auch im Ausland die inter­national anerkannten Menschenrechte sowie die internationalen Umweltstandards zu respektie­ren und dafür zu sorgen haben, dass diese auch von den durch sie kont­rollierten Unternehmen respektiert werden. Die Unternehmen werden dazu verpflichtet, Ihre Geschäftstätigkeit einer entsprechenden Sorgfaltsprüfung zu unterziehen, Massnahmen zu ergreifen, damit Verletzungen der Umweltstandards und Menschenrechte künftig ausbleiben und werden schadenersatzpflichtig, wenn sie diese Auflagen nicht beachten oder unterlassen.

JA zur Konzernverantwortungsinitiative, weil wir auch eine globale Verantwortung haben und die Augen nicht vor dem verschliessen sollten, was jenseits unserer Grenzen passiert.

Alles andere wäre heuchlerisch, denn dann wären wir uns ja nur selber gut genug.

Flyer als pdf

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Grossratswahlen vom 18. Oktober

 

«Arbeitnehmende sind das Rückgrat unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Es waren die unglaublichen Leistungen von Arbeitnehmenden, die uns durch die akute Phase der Corona-Krise getragen haben. Ihnen gebührt mein ganzer Dank, aber Applaus alleine reicht nicht. Nach Jahren der Abbaupolitik im Kanton Aargau und Lohnnullrunden ist es nicht nur wichtig, ein nachhaltiges Konjunkturpaket zu schnüren und den existentiell betroffenen Arbeitnehmenden konkret unter die Arme zu greifen, sondern es ist Zeit für faire Löhne in den Tieflohnberufen, für gute Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen und für konkrete Massnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Service Public muss ausgebaut werden, die Krankenkassenprämienlast muss reduziert werden und der Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern muss wirkungsvoll der Kampf angesagt werden. Es braucht Aufbau im Aargau nach Jahren des Abbaus – dafür steht ArbeitAargau und dafür stehen unsere Kandidierenden.»

Irène Kälin, Päsidentin ArbeitAargau

Hier kann unser Wahlflyer heruntergeladen werden

Hier kann unser Plakat heruntergeladen werden

 

ArbeitAargau empfiehlt verschiedene Mitglieder von Gewerkschaften und Verbänden zur Wahl:

 

Silvia Dell’Aquila, VPOD / SSM

SP, Bezirk Aarau, 02.04

„Für ein starkes Gesundheitswesen im Aargau“

Die Gesundheitsversorgung ist eine wichtige staatliche Aufgabe, welche nicht weiter der Marktlogik überlassen werden darf. Das haben wir in den letzten Monaten deutlich gespürt. Der Kanton Aargau muss in Zukunft für die Bevölkerung einen bezahlbaren Zugang zu guten Spital- und Pflegeleistungen und für Mitarbeitende im Gesundheitswesen bessere Arbeitsbedingungen sicherstellen.

Lelia Hunziker, VPOD

SP, Bezirk Aarau, 02.02

„Für einen starken Service Public“

Ich bin für einen starken Staat und einen ausgebauten Service Public. Dieser bietet Grundversorgung, koordiniert, erkennt Lücken, sucht Wege, findet Lösungen. Ein guter Service Public agiert, reagiert und blickt in die Zukunft. Menschen stehen dabei immer im Zentrum, mit ihren Bedürfnissen, Nöten, Potenzialen und Wünschen. Und zwar alle Menschen – auch in der Krise.

Dariyusch Pour Mohsen

SP, Bezirk Aarau, 02.07

„Für starken Schutz und faire Löhne!“

Prekäre Arbeitsbedingungen sind Gift für die Gesellschaft – erst recht in Krisenzeiten. Nur soziale Sicherheit für alle macht uns wieder stark, nur Solidarität zwischen den Arbeit- nehmenden bringt uns voran. Den Abbauplänen der bürger- lichen Parteien muss man sich stellen, nicht unterwerfen. Gemeinsam für einen starken Schutz der Arbeitnehmenden und faire Löhne für alle!

Adrian Bircher

GLP, Bezirk Aarau, 06.01

„Elternzeit ist Gleichbereichtigung“

Der Mutterschaftsurlaub war und ist eine grosse Errungenschaft. Es ist einleuchtend und richtig, dass Mütter nach der Geburt freigestellt und doch bezahlt werden. Nun ergibt sich daraus aber ein Nachteil für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Vielerorts erhalten Mitarbeiterinnen immer noch weniger Lohn, obwohl deren Arbeit absolut gleichwertig ist. Mit einer Elternzeit wird die Gleichberechtigung gefördert, denn wenn der Mann auch ausfällt, entfällt für ihn dieser «Vorteil». Gleichberechtigung heisst auch Chancengleichheit, und anstatt immer nur darüber zu sprechen, müssen wir dies einfordern!

 

In den Regierungsrat empfehlen wir:

  • Dieter Egli, SP, KV Aargau
  • Christiane Guyer, Grüne, VPOD

 

Unsere Wahlempfehlung nach Bezirken:

Podiumsdiskussion zur Begrenzungs­initiative

Am 26. August 2020 um 19.30 Uhr haben ArbeitAargau und die AIHK zu einem gemeinsamen Online-Podium eingeladen. Befürworter und Gegner der Initiative diskutierten über die Folgen einer Annahme für den Wirtschaftsstandort Schweiz, den Arbeitsmarkt sowie die Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden. Die Diskussion sowie die anschliessende Fragerunde haben via Live-Stream stattgefunden.

Es diskutierten unter der Leitung und Moderation von Mathias Küng, Politikchef der Aargauer Zeitung:

  • Felix Schönle, AIHK-Vorstand, CEO und Präsident des Verwaltungsrates der Wernli AG, Rothrist
  • Dieter Egli, SP-Grossrat Kanton Aargau
  • Martina Bircher, SVP-Nationalrätin Kanton Aargau
  • Gregor Rutz, SVP-Nationalrat Kanton Zürich

Blocher-TV statt SRF?

Ich bin sicher Blocher hätte gerne einen zweiten Kanal. Ich bin mir aber ganz und gar nicht sicher, ob dieser dann in einer anderen Landessprache senden würde. Noch weniger sicher bin ich mir, ob dieser dann eine andere politische Meinung vertreten würde. Mit der SRG mögen wir zwar manchmal nicht zufrieden sein, aber wir wissen war wir haben. Meinungsvielfalt, Vielsprachigkeit. Aber auch wenn Blocher wollte, er wird nicht alle Radiostationen TV-Sender der SRG aufkaufen. Auch ausländische Investoren können dann zuschlagen, so sie wollen. Dass ihnen der Kanton der Regionen – unser Aargau – dann wohl weit weniger wichtig ist als das urbane Zürich dürfte eine Tatsache sein, obwohl ich zu behaupten wage, dass es dem Aargau im Vergleich zum Kanton Graubünden mit einer internen 3-sprachigkeit noch gut gehen dürfte nach dem Licherlöschen bei der SRG.

Pay-TV rechnet sich nicht
Genauso sicher bin ich, dass sich Pay TV nicht rechnet. Das hat Bigler für den Schweizerischen Gewerbeverband gut vorgerechnet, denn nur indem er sich verrechnet hat, hat es sich dann irgendwie gerechnet. Aber was heisst das für die privaten Mediennutzer_innen? Reiche können sich in Zukunft alles leisten von Netflix über Spotify bis zu einem Abo für eine hoffentlich weiterhin bestehende Tagesschau, 10vor10, Arena, Rundschau, SRF1, SRF2, TeleM1 und Tele-Was-auch-immer. Aber für die Reichen sind auch 1 Franken pro Tag für die Billag nicht spürbar im Portemonnaie. Aber ein ökonomisch weniger gut gestellter Haushalt, der muss sich dann entscheiden, ob er sich nun lieber das Netflix-Abo gönnt, das er sich bisher nicht leisten konnte, oder doch in ein Sammelsurium von Schweizer Medien investiert. Das führt zwangsläufig dazu, dass Reiche gut informiert bleiben und die Armen die Qual der Wahl haben, von wem sie sich beeinflussen lassen wollen. Es ist zutiefst unschweizerisch eine 2. Klassengesellschaft zu fordern und es ist zutiefst unschweizerisch, dass nur die Reichen sagen können, was auf ihrem Sender läuft.

Unabhängigkeit, Vielfalt und Solidarität sind Grundstützen unserer Demokratie, sie sollen auch weiterhin in der Medienlandschaft den Ton angeben. Deshalb braucht es ein klares Nein zu Pay TV für Reiche, Nein zur Versteigerung unserer Sender an die Meistbietenden, Nein zu NoBillag!

Irène Kälin, Präsidentin ArbeitAargau