Abstimmung / Migration / Arbeit
Jahresveranstaltung 2026 von ArbeitAargau
Am 26. März 2026 organisierte ArbeitAargau eine Podiumsdiskussion zum Thema 10-Millionen-Schweiz, Bilaterale III und Zukunft der Arbeitsmigration im Aargau im Zentrum Bildung in Baden.
Die Veranstaltung drehte sich konkret um die Initiative 10-Millionen-Schweiz der SVP (auch als Chaos-Initiative bekannt), die die radikale Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz ab einer Grenze von 10 Millionen dauerhaften Einwohner:innen vorsieht. Einen Annahme der Initiative würde die Beziehungen der Schweiz zu Europa in Frage stellen, was zur Kündigung der bilateralen Verträge führen könnte. Darunter wurden Arbeitnehmende ganz direkt leiden: durch massiven Jobverlust, Wegfall der Lohnkontrollen und damit einhergehendem sinkendem Lohnniveau und schlechteren Arbeitsbedingungen.

Ziel der Veranstaltung war, zu diskutieren, wie zwischen der Forderung nach Begrenzung der Zuwanderung und einer verstärkten Öffnung hin zur EU die Interessen der Arbeitnehmenden im Kanton artikuliert und gewahrt werden können. An der Podiumsdiskussion nahmen mit Vania Alleva (Präsidentin Unia) und Peter Gehler (Vize-Präsident Aargauische Industrie- und Handelskammer) Vertreter:innen der Arbeitnehmenden und der Arbeitgebenden, sowie mit Cédric Wermuth und Andreas Glarner Vertreter von SP und SVP teil. Die Moderation übernahm Fabian Hägler, Chefredakteur der Aargauer Zeitung.

Die Diskussion war von Anfang an hitzig. Uneinig waren sich die Teilnehmenden über die Auswirkungen einer etwaigen Annahme der Initiative, besonders im Hinblick darauf, ob sie automatisch das Ende der bilateralen Verträge bedeuten würde. Andreas Glarner verteidigte vehement die Position des Initiativkomitees, dass die Zuwanderung der Schweiz schade, und dass das Land ohne ein geregeltes Verhältnis zur EU besser dastehen würde. Vania Alleva, Peter Gehler und Cédric Wermuth waren sich einig, dass die Schweiz von der Arbeitsmigration grundsätzlich profitiert, und dass eine Annahme der Initiative Wohlstand und Zukunft der Schweiz aufs Spiel setzen würde. Vania Alleva als Vertreterin der Arbeitnehmenden betonte, dass durch eine Annahme Löhne und Jobs in Gefahr wären, und dass migrantischen Arbeiter:innen eine Rückkehr zum Saisonier-Status drohe. Alle drei riefen dazu auf, die Initiative abzulehnen.

Fotografien: Stephanie Felder
Hier geht es zur Berichterstattung über die Veranstaltung in der AZ.


